Grußwort zum Jahreswechsel 2016/2017

Mi, 04.01.2017
Bild: ari

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde und Mitglieder der DGaO,

von ganzem Herzen möchte ich Ihnen im Namen des gesamten Vorstandes ein gesundes und glückliches Jahr 2017 wünschen.

Mit 2016 haben wir als Deutsche Gesellschaft für angewandte Optik ein durchaus ereignisreiches Jahr erfolgreich mit gestaltet. Herausragendes Beispiel ist hier sicherlich die erfolgreiche Jahrestagung, die durch die Organisation als Topical Meeting der International Commission for Optics (ICO) einen ausgeprägten internationalen Charakter bekam. Auch an dieser Stelle sei den Organisatoren vor Ort, Herrn Prof. Eduard Reithmeier und Prof. Bernhard Roth mit den zahlreichen Helfern von der Leibnitz Universität Hannover, nochmals herzlich für den enormen Einsatz gedankt. Das akquirierte Sponsoring der Volkswagen Stiftung machte die Tagung in dem einmaligen Ambiente des Schloss Herrenhausen erst möglich. Die Tagung war auch mit besonderem Engagement von dem in Hannover turnusmäßig ausgeschiedenen Vorstandsvorsitzenden Herrn Dr. Frank Höller vorbereitet worden. Hierfür und vor allem für seinen anhaltenden großen Einsatz für die DGaO möchte ich Herrn Dr. Höller auch persönlich herzlich danken.

Mit Prof. Hartmut Bartelt und Dr. Stefan Bäumer sind in diesem Jahr weitere Mitglieder des Vorstandes nach langjähriger Tätigkeit für die DGaO ausgeschieden. Prof. Bartelt hat als Schriftführer für viele Jahre eine wichtige Aufgabe mit viel Sorgfalt und persönlichem Einsatz ausgefüllt. Stefan Bäumer hat zuletzt die Aktivitäten der DGaO im International Year of Light koordiniert und dafür gesorgt, dass die DGaO hier gebührend präsent war. Ihnen beiden sei ebenfalls herzlich gedankt.

So bedauerlich es ist, wenn engagierte Kollegen ausscheiden, so schön und wichtig ist die Fluktuation in diesen „Ehrenämtern“. Wir freuen uns daher sehr, dass mit Frau Ricarda Kafka und Prof. Andreas Heinrich „frisches Blut“ in den Vorstand gekommen ist. Gleichzeitig möchte ich die Gelegenheit nutzen alle Mitglieder zum Engagement für die Gesellschaft aufzufordern. Kein Mitglied des Vorstandes sieht diesen als einen geschlossenen Zirkel. Vielmehr sind wir alle für jede Rückmeldung, Vorschläge und Mithilfe aus den Reihen der Mitglieder ausdrücklich dankbar. Unmittelbar und unbürokratisch ist dies sicher in den Arbeitskreisen („Optische Sensorsysteme“, „Biophotonik“), Kommissionen (z.B. Nachwuchspreiskommission, Programmkomitee, …) bzw. durch Gründung neuer Arbeitskreise möglich. Aber auch die nächsten Wahlen von Vorstandmitgliedern stehen bald wieder an und Kandidaten werden immer gesucht.

Als weiteres bedeutendes Ereignis in 2016 möchte ich den Amtsantritt von Prof. Jürgen Jahns als Präsident der European Optical Society erwähnen. Die Tatsache, dass er als langjähriges DGaO Mitglied diese ehrenvolle und zugleich verantwortungsvolle Aufgabe im Dienste der Europäischen Optik und Photonik übernommen hat, verdient großen Respekt und dokumentiert sicher auch das internationale Ansehen der DGaO. 

„Postfaktisch“ wurde zum Wort des Jahres 2016 gewählt. Unabhängig davon was man von solchen Medienereignissen hält, sollten angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen bei allen Wissenschaftsgesellschaften und Wissenschaftlern die Alarmglocken läuten. So bezeichnet doch das Wort „postfaktisch“ das überall beobachtbare „sich Lösen“ d.h. Ignorieren von Tatsachen, und damit auch das „sich Lösen“ von „Wissenschaft“, bei der es ja gerade um die Erkenntnis, also um das Finden der „Fakten“ gehen sollte. Nun fühle ich mich persönlich nicht dazu berufen, die Gesellschaft im Großen zu beeinflussen. Ich versuche vielmehr „vor der eigenen Haustüre“ zu kehren. Nach meiner Wahrnehmung bleibt jedoch auch hier viel Arbeit für „die Wissenschaft“. Die in der Wissenschaft immer mehr um sich greifenden Mechanismen zur Bewertung und Evaluation nach teilweise fragwürdigen Kennzahlen und daraus resultierend der Drang der Wissenschaftler, diesen Kennzahlen „hinterher zu hecheln“ und zum Teil mehr „Marketing“ als Forschung zu betreiben, hat maßgeblich zum Verfall der eigenen Autorität und Integrität der Wissenschaft beigetragen. Hier gilt es entgegenzusteuern. Für mich war und ist die Deutsche Gesellschaft für angewandte Optik mit ihrer Jahrestagung immer eine „ehrliche“ auf Erkenntnisgewinn und wissenschaftlichen Austausch und weniger auf Selbstdarstellung ausgerichtete Wissenschaftsgesellschaft.

Ich hoffe, Sie alle helfen mit, dass dies auch in Zukunft so bleibt und wünsche Ihnen allen nochmals das Beste für 2017.

Stefan Sinzinger